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Burnout

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KENNEN SIE IHR RISIKO FÜR BURN-OUT?

Symbolbilder Burnout Risiko Gruppen

Machen Sie den Burn-out-Check!

Der medizinisch geprüfte Präventionstest (BRIX) ermittelt Ihr gegenwärtiges Risiko, eines Tages auszubrennen. Einbezogen werden Faktoren wie Stress, Stimmung und Schlafqualität sowie eine Herzratenvariabilitätsmessung und optional ein Speicheltest (Stresshormon Cortisol).

Je früher eine Gefahr erkannt wird, desto einfacher ist es, den Verlauf positiv zu beeinflussen.

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Kann ein einfacher Labortest vor Burnout warnen?

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Es gibt einzelne Studien, die zeigen, dass Burnoutpatienten (BO) im Schnitt ein etwas tieferes Cortisol haben, als NBOs, aber nicht so, dass es unter dem Normwert des Nornalen liegt. Es kommt auch darauf an, was man genau misst, Cortisol nach dem Aufwachen, Verlauf über den Tag, Arbeitstag vs. Freitag etc. Poolt man die Studien in einer Meta-Analyse, so kommt nichts raus (s. unten Danhof-Pont et all).

Aber es kann sicher Sinn machen, den Cortisolverlauf beim einzelnen Individuum zu messen, da die Verläufe mit mehr oder weniger BO korreliert sein könnten und so das Cortisol evtl frühzeitig auf BO Risiko hinweist.
— Prof. Dr. med. Roand von Känel

Die Symptome von Burnout können variabel sein. Eine Abgrenzung zu anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, bei denen Stress eine Rolle spielt, kann daher manchmal schwierig sein. Eine aktuelle Studie von  Dr. Sonia Lupien und Robert-Paul Juster vom Centre for Studies on Human Stress des Louis-H. Lafontaine Hospitals und der University of Montreal in Kanada hat einen neuen Test für Burnout untersucht, der eine Diagnose erleichtern könnte:

„Unsere Hypothese war, dass gesunde Arbeitnehmer mit chronischem Stress und milden Symptomen von Burnout vermehrt physiologische Regulationsstörungen und einen niedrigeren Cortisolspiegel haben würden – ein Profil, das typisch für Burnout ist“, erklärt Juster, der erste Autor der Studie. Cortisol ist ein Stresshormon, das eine Rolle bei der Stressantwort des Körpers und dem natürlichen Tagesrhythmus des Menschen spielt. Patienten, die unter Depressionen leiden, haben oft einen erhöhten Cortisolspiegel, während er bei Burnout-Patienten meist niedrig ist. Zu viel Cortisol kann für die psychische und körperliche Gesundheit genauso schlecht sein wie zu wenig.

Chronischer Stress und ein Cortisolspiegel, der aus dem Gleichgewicht geraten ist, können eine Art Dominoeffekt auf biologische Systeme ausüben, die miteinander in Verbindung stehen. Als „allostatische Last“ bezeichnet man die physiologischen Probleme oder den „Verschleiß“, der dann in diesen Systemen auftritt, und der das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Störungen des Immunsystems erhöht. Wenn man verschiedene Faktoren wie Insulin, Zucker, Cholesterin, Blutdruck und Entzündungen untersucht, kann man einen Index für die allostatische Last errechnen und ihn dann benutzen, um Probleme zu erkennen, noch bevor sie sichtbar werden.

„Die Stärke des Modells der allostatischen Last liegt darin, dass es flexibel ist und zahlreiche biologische Systeme umfassen kann, die durch chronischen Stress strapaziert werden. Die Verwendung von Speichelproben und allgemein anerkannten Fragebögen ergänzt sich, sodass wir nicht nur die Empfänglichkeit für zum Beispiel Stoffwechselstörungen oder Herzerkrankungen messen können, sondern darüber hinaus auch die für psychische Probleme”, sagt Juster.

Diese erste Pilotstudie wurde an 30 Teilnehmern mittleren Alters durchgeführt. Die allostatische Last wurde durch Routine-Bluttests und zusätzlich durch Speichelproben bestimmt, die die Teilnehmer zu Hause sammelten, sowie während eines Stresstests im Labor. Außerdem füllten sie Fragebögen aus, mit denen ihr aktueller Stress sowie Symptome von Depression und Burnout quantifiziert wurden.

Die Untersuchung ist Teil eines grösseren Forschungsprogramms, das die Entwicklung einer personalisierten Medizin auf diesem Gebiet zum Ziel hat. Die personalisierte Medizin strebt die Anpassung der Behandlung an die Bedürfnisse des Einzelnen an. „Um individualisierte Ansätze bei Präventions- und Behandlungsstrategien stärker voranzutreiben, müssen wir die biologischen, psychologischen und sozialen Merkmale erforschen, die für eine Erkrankung charakteristisch sind“, sagt Lupien. „Bei Erkrankungen wie Burnout, wo wir keinen Konsens über diagnostische Kriterien haben, und wo es Überschneidungen mit Depressionssymptomen gibt, ist es unerlässlich mehr als eine Methode zur Analyse zu benutzen. Ein Merkmal, das für Burnout charakteristisch ist, scheint eine stark nachlassende Produktion des Stresshormons Cortisol zu sein sowie eine gestörte Regulation der physiologischen Mechanismen, die mit diesem Stresshormon interagieren.“

Kritisch anzumerken ist, dass Menschen mit Burnout häufig mit Antidepressiva behandelt werden, die den Cortisolspiegel senken. Wenn der Cortisolspiegel bereits niedriger ist, als er sein sollte, könnte diese Art der Behandlung einen therapeutischen Fehler darstellen. „Die Verwendung eines Indexes für die allostatische Last erlaubt Forschern und Ärzten einen Einblick, wie sehr chronischer Stress an einem Menschen zehrt. In Zukunft brauchen wir Untersuchungen, die Menschen über einen längeren Zeitraum beobachten, um festzustellen, ob dieses Profil aus niedrigem Cortisol und physiologischen Regulationsstörungen tatsächlich das Autogramm des Burnouts ist. Wenn ja, ist die Wissenschaft ihrem Ziel einen Schritt näher gekommen gestressten Arbeitnehmern zu helfen, noch bevor sie einen Burnout haben“, sagt Juster. Zitiert aus: http://www.praxis-dr-shaw.de

Juster, Robert-Paul et al, "A clinical allostatic load index is associated with burnout symptoms and hypocortisolemic profiles in healthy workers", in: Psychoneuroendocrinology , Volume 36 , Issue 6 , 797 - 805.

Danhof-Pont MB1, van Veen T, Zitman FG., "Biomarkers in burnout: a systematic review", in: J Psychosom Res. 2011 Jun;70(6):505-24.



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Burnout und Resilienz bei Ärztinnen und Ärzten (Roland von Känel)

Resilienzfaktoren schützen vor Burnout im ArztberufBurnout und Resilienz bei ­Ärztinnen und Ärzten


Roland von Känel

DOI: 10.4414/phc-d.2017.01371
Veröffentlichung: 08.02.2017
Prim Hosp Care (de). 2017;16(03):0

Burnout infolge von chronischem Stress am Arbeitsplatz ist gesellschalich ein zunehmend anerkanntes Phänomen, das auch in den klinischen Alltag der allgemeinmedizinischen Grundversorgung Eingang gefunden hat und von dem Ärztin- nen und Ärzte unmittelbar selbst betroffen sind. Resilienz schützt vor Burnout und kann aktiv gefördert werden.

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VSAO-Burnout bei Schweizer Ärztinnen und Ärzten

Homepage www2.vsao.ch mit Hinweis auf Burnout-Studie bei Schweizer Ärztinnen und Ärzte

Homepage www2.vsao.ch mit Hinweis auf Burnout-Studie bei Schweizer Ärztinnen und Ärzte

Der Berufsverband VSAO vertritt als eigenständiger Verein die beruflichen, standespolitischen und wirtschaftlichen Interessen der angestellten Ärztinnen und Ärzte, insbesondere der Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte, in der Schweiz. In enger Zusammenarbeit mit der swimsa unterstützt der VSAO auch die Anliegen der Medizinstudierenden. Letztere können von einer kostenlosen Mitgliedschaft beim Verband und damit von allen Dienstleistungen profitieren. Die Gliederung in den Zentralverband und 16 selbstständige, regionale Sektionen fördert die Nähe zum Mitglied und zielt auf die unmittelbare Wahrung von dessen Interessen vor Ort.


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Partnerschaft mit der Seeklinik Brunnen

Burnout Protector und die Seeklinik Brunnen gehen eine Partnerschaft ein, die die Publizierung  des Burnout Risiko Test (BRIX) auf der Homepage der Seeklinik Brunnen enthält und den wissenschaftlichen Gedankenaustausch vorsieht.

 

Die Seeklinik Brunnen, am Vierwaldstätter See: Zeit für eine Auszeit

Als Klinik für integrative Medizin fokussieren wir uns auf die ganzheitliche Behandlung von psychischen Störungen wie Burnout und Depression, Schlafstörungen, Lebens- und Orientierungskrisen sowie funktionellen Organbeschwerden. Die Seeklinik Brunnen ist als Spezialklinik für Komplementärmedizin auf der Spitalliste für Psychiatrie des Kantons Schwyz geführt. Unser integriertes Facharztzentrum bietet zudem in den Bereichen Allgemeine Innere Medizin, Orale Medizin, Orthopädie sowie Urologie und Andrologie das Beste aus der Schul- und Komplementärmedizin aus einer Hand und stellt so die ambulante Grundversorgung sicher.

Link: https://www.seeklinik-brunnen.ch

 

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Die Webapplikation Burnout Protector™ erreicht die von Burnout betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Die ersten wissenschaftlichen Daten von über 11‘000 Usern, welche anonym mit der kostenlosen Webapplikation Burnout Protector™ ihr Burnout-Risiko eingeschätzt haben, liegen vor. Die Resultate wurden am 2. November 2016 in der Zeitschrift BioPsychoSocial Medicine, dem offiziellen Publikationsorgan der Japanischen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin, online veröffentlicht. Die vollständige Publikation ist unter dem folgendem Link frei zugänglich.

Ein wichtiges Resultat ist die Tatsache, dass mit der Webapplikation diejenigen Arbeitnehmenden erreicht werden können, welche tatsächlich von Burnout betroffen sind. Während 25% der User ein schweres Burnout zeigten, lag bei 55% ein leichtes bis mittelschweres Burnout vor und hatten nur gerade mal 20% kein nennenswertes Burnout-Risiko. Damit ist die gesundheitsrelevante Burnoutbelastung, erhoben mit dem Burnout Risko Test (BRIX) in der Studienpopulation mindestens dreimal höher als in der arbeitenden Normalbevölkerung in der Schweiz und den USA.

Weiter ist von Interesse, dass schlechter Schlaf, wahrgenommener Stress und negative Stimmung über 50% der Burnoutbelastung erklären konnten. Demgegenüber fielen die Beiträge von Alter, Geschlecht und Bildungsstand vernachlässigbar klein aus.

Insgesamt liefern diese Daten wichtige Ansatzpunkte für die Prävention weil mit dem Burnout Risiko Test rasch und zuverlässig die aktuelle Burnoutbelastung eingeschätzt werden kann und weiter abgeschätzt werden kann, inwieweit Optimierungsmassnahmen im Bereich Schlaf, Stress und Stimmung angezeigt sein könnten, um die Burnoutbealstung zu reduzieren.

Weitere wissenschaftliche Auswertungen sind in Vorbereitung. Sie werden vermehrt berufsbezogene Daten und die körperliche Gesundheit berücksichtigen, einschliesslich der Stresshormone und Herzratenvariabilität, zur Erfassung der Belastung des autonomen Nervensystems, um diese zur Burnoutbelastung in Beziehung zu setzen.


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Einmal Burnout ist nicht immer Burnout

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Einmal Burnout ist nicht immer Burnout: Eine stationäre multimodale Psychotherapie ist eine ektive Burnout-Behandlung

Effectiveness of an Inpatient Multimodal Psychiatric- Psychotherapeutic Program for the Treatment of Job Burnout

1Kathleen Schwarzkopf, 2Nathalie Conrad, 3,4Doris Straus, 3,4Hildburg Porschke, 1,5Roland von Känel

Universitätsklinik für Neurologie, Inselspital Bern1; ZHAW Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, Zürich2; Oberwaid Kurhotel & Privatklinik, St. Gallen3; Clinica Holistica Engiadina, Susch4; Psychosomatische Medizin, Klinik Barmelweid5 

Abstract: We studied the clinical course and long-term effects of inpatient treatment in 723 patients with job burnout referred with an ICD-10 F diagnosis and Z73.0 code («overwhelming exhaustion») to a Swiss hospital specialized in the treatment of job stress-related disorders. Patients were characterized in terms of age, gender, socioeconomic status. Self-rated psychological measures related to general and burnout-specific symptoms (i.e., emotional exhaustion, depersonalization, and diminished personal accomplishments) were applied before and after a six-week treatment program, as well as at 15 months after hospi- tal discharge in 232 patients. The results show that the multimodal inpatient psychiatric-psychotherapeutic treatment was successful with a sustainable effect on psychological well-being (>90 %), including improvements regarding emotional ex- haustion, depersonalization and personal accomplishments as well as professional reintegration in 71 % of cases.

Key words: burnout – psychological stress – multimodal therapy – work – professional reintegratio

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Die somatische Belastungsstörung: Stress durch Körpersymptome

Roland von Känel, a, b, Anna Georgia, c, Dorothea Eglia, d, Daniel Ackermann a, e

a Institut für Humanwissenschaftliche Medizin, Zürich; b Psychosomatische Medizin, Klinik Barmelweid; c Klinik Susenberg, Zürich; d Frauenpraxis Winterthur; e Praxisgemeinschaft Dottikon

Die Änderungen in der Terminologie psychosomatischer Störungen reektieren das heutige Verständnis dieser Erkrankungen und erleichtern damit auch den therapeutischen Zugang.

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Die Marke BRIX™ (Burnout Risk Index)

BRIX™  (Abkürzung für Burnout Risk Index) ist eine schweizweit registrierte Marke (Nr: 677804, Swissreg) in den Nizza-Klassen 9 und 38. 

  • Nizza-Klasse 9: Software zu Beratung, Messung, Auswertung, Dokumentation und zum Vergleich von medizinischen Gesundheitswerten.
  • Nizza-Klasse 38: Bereitstellung des Zugriffs auf Computernetzwerke, Internetplattformen, Datenbanken und elektronischen Publikationen. 

 

 

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Wie können wir helfen?

Help Center von Burnout Protector

Wir freuen uns Ihnen heute das neue Help Center von Burnout Protector vorstellen zu dürfen. 

Sie können nach Beiträgen suchen, um Hinweise zu einem bestimmten Burnout-spezifischen Sachverhalt zu erhalten, und andere Benutzer nach ihren Erfahrungen und Problemlösungen fragen. Wenn Sie keine Antwort finden, können Sie eine Supportanfrage an einen unsrer Spezialisten einreichen.

Den Zugang zum Help-Center finden Sie auf jeder Website. Blauer "Hilfe-Button" unten rechtes.

 

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Burnout: Hysterie oder Epidemie? (ZDF, Leschs Kosmos)

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Burnout: Hysterie oder Epidemie? (ZDF, Leschs Kosmos)

ZDF, Leschs Kosmos     22.02.2016

ZDF, Leschs Kosmos 22.02.2016

Neun Millionen Menschen sollen allein in Deutschland von Burnout betroffen sein. Damit wäre das Syndrom die Volkskrankheit Nummer eins. Dabei ist Burnout gar keine Krankheit. Im Diagnoseklassifikationskatalog der Weltgesundheitsorganisation WHO wird Burnout nicht als eigenständige Krankheit aufgeführt. Ist Burnout also nur eine Modeerscheinung?
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Roland von Känel: Ausserordentliche Professur in Südafrika

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Roland von Känel: Ausserordentliche Professur in Südafrika

Seit rund anderthalb Jahren ist Roland von Känel Chefarzt Psychosomatische Medizin auf der Barmelweid und gleichzeitig Titularprofessor an der Universität Bern sowie CTO von Burnout Protector. Nun wird ihm eine besondere Ehre zuteil: Er wurde zum ausserordentlichen Professor (Extraordinary Professor) an der Faculty of Health Sciences an der North-West University, Potchefstroom Campus, South Africa, ernannt. Als Extraordinarius wird er von der Klink Barmelweid aus die langjährige und erfolgreiche akademische Zusammenarbeit mit dem Hypertension in Africa Research Team (HART) an der North-West University weiterführen und seine Expertise in lokale Forschungsprojekte einbringen. Die geplanten Forschungsaktivitäten untersuchen schwergewichtig den Beitrag von psychosozialen Faktoren wie chronischem Stress und Depression für die starke Zunahme von hohem Blutdruck und Schlaganfällen in der urbanisierten afrikanischen Bevölkerung.

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Ja, ich bin gestresst! – und jeder vierte Schweizer Werktätige auch (AZ, 14.8.2015)

Von Silvana Schreier, Aargauer Zeitung, 14.8.2015

Ich bin gestresst. Wegen der Arbeit. Um ehrlich zu sein: Wegen genau diesem Artikel. Während ich diesen Artikel schreibe, messe ich mit dem sogenannten «Stress-Checker» vom niederländischen Unternehmen Respilex meine Pulsfrequenz. Diese kleine Maschine lässt sich an den Computer anschliessen, der mir dann die erschreckenden Ergebnisse mitteilt: Ich befinde mich in einer Stresssituation. Das weiss ich bereits.

Der «Stress-Checker» sagt mir auch, wie schlimm es um mich steht: «Ihr vorläufiger Relax-Index beträgt Stress/Müdigkeit/Krankheit.» Was kompliziert klingt, ist eine schlechte Nachricht: Ich bin gestresst. Deshalb gönne ich mir jetzt eine Reihe meiner Lieblingsschokolade. Okay, es sind drei Reihen. Normalerweise tu ich das nicht, versprochen. Ich beisse lieber in einen frischen Apfel. Doch ich brauche eine Belohnung, deshalb entscheide ich mich für den ungesunden Snack. Mit meinem Stress-Problem bin ich nicht alleine. Viele Dinge stressen uns im Alltag: der Stau am Morgen, die viel zu kurze Mittagspause, eine Auseinandersetzung mit dem Chef. Da ist es doch verständlich, dass wir abends lieber einen süssen Muffin anstelle der Karotte essen.

Warum gestresste Menschen eben solche Entscheidungen treffen, hat Silvia Maier vom Labor zur Erforschung Sozialer und Neuronaler Systeme der Universität Zürich untersucht. Sie untersuchte am Beispiel Essen, wie wir uns in Stresssituationen unter Kontrolle haben: Die Probanden wurden im Labor akut gestresst, dann wurden sie vor die Entscheidung zwischen zwei Speisen gestellt. «Je mehr sie sich gestresst fühlten, desto weniger stellten sie ihren Wunsch, etwas Leckeres zu essen, zugunsten der Gesundheit zurück», erklärt Maier.

Für den Alltag könnte diese Erkenntnis Folgendes bedeuten: «Wir sollten uns bewusst machen, dass Stress uns dazu bringen kann, kurzfristige Lösungen als attraktiver anzusehen», sagt die Hauptautorin der kürzlich erschienenen Studie. Doch wie soll man der Versuchung nach Schokolade widerstehen? Maier: «Wenn man weiss, dass man nach einem stressigen Tag häufig seine Schokoladenvorräte plündert, könnte die Lösung darin bestehen, den Vorrat nicht mehr aufzufüllen.» So würde man der Versuchung gar keine Chance geben.

Job wird psychische Belastung

Meinem Stress-Problem hilft dieser Tipp leider nur wenig. Die Hälfte der Schokolade, die auf meinem Schreibtisch lag, habe ich ja bereits verputzt. Ausserdem ist der Artikel nicht mal annähernd fertig. Und die Uhr tickt.

Dass 24,8 Prozent der Erwerbstätigen in der Schweiz an ihrem Arbeitsplatz übermässig gestresst sind, hat auch die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz erkannt. Ab 2014 führt sie nun jährlich die Studie «Job-Stress-Index» durch. Damit soll die Entwicklung der Stressbelastung aufgezeigt werden. Die Arbeit kann zur psychischen Belastung werden. In den «Job-Stress-Index» wird auch die Wirtschaft einbezogen: Stress verursacht bei den Betrieben jährlich Ausgaben von fünf Milliarden Franken, wie die Stiftung Anfang 2015 mitteilte. Demnach sollte es im Interesse der Unternehmen sein, dass der Stress reduziert wird. Gestresste Mitarbeitende sind weniger produktiv und leistungsfähig. Zudem melden sie sich vermehrt krank.

Arbeiter gefährden sich selbst

Die steigenden Zielvorgaben in den Unternehmen fördern ein selbstgefährdendes Verhalten der Arbeitnehmer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung. In Deutschland erscheine jeder Achte krank bei der Arbeit. Ausserdem würden vermehrt leistungssteigernde Substanzen wie Nikotin oder Medikamente konsumiert werden. Grund dafür sind die stetig wachsenden Anforderungen, denen die Arbeitnehmer nicht gerecht werden können. Sie fühlen sich ausgebrannt und sind überarbeitet. Nicht selten endet übermässiger Stress in einem Burnout, einem umfassenden Erschöpfungszustand.

Die hohe Zielvorgabe verdanke ich hauptsächlich mir selbst. Also bin ich auch selbst für meinen jetzigen Stresszustand verantwortlich. Helfen tut diese Erkenntnis aber nur bedingt, denn steckt man einmal in der Stress-Spirale drin, dreht diese unermüdlich weiter.

Um ein Burnout frühzeitig erkennen zu können, hat die Klinik Barmelweid den Online-Test «Burnout-Risiko-Test» entwickelt. Anonym und kostenlos kann er einem innert weniger Minuten eine Diagnose stellen. «Mit diesem Test kann man herausfinden, wo die individuellen Belastungen liegen, um dann gezielt intervenieren zu können», erklärt Roland von Känel, Chefarzt für Psychosomatik an der Klinik Barmelweid. Der Test stellt mehrere Fragen zu Stimmung, Schlafqualität und Stress. Das sofortige Resultat gibt eine Empfehlung ab: «Gefährdete Personen sollen sich primär an ihren Hausarzt wenden», sagt der Stressforscher von Känel.


Rolf Hess vom Schweizerischen Ausbildungsinstitut für Burnout-Prävention und Lebensberatung steht dem Test skeptisch gegenüber: «Eine Person, die wirklich im Stressrad gefangen ist, ist nicht fähig, ihren tatsächlichen Zustand richtig abzuschätzen.» Ausserdem seien solche Tests meist «sehr oberflächlich und meist wenig aussagekräftig». Gefährdeten Personen rät er, sich bei Freunden oder beim Hausarzt Hilfe zu holen.

Den Burnout-Test hab ich vorsorglich mal gemacht. Mit dem Resultat: Ich bin nicht gefährdet. Zumindest noch nicht. Damit es gar nicht erst so weit kommt, habe ich nun auch noch den Rest meiner Lieblingsschokolade verspeist. Und der Artikel ist fertig.

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Burnout bei Ärzten "Mein Denken war beschädigt" (MEDINSIDE)

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MEDINSIDE,  28. August 2015

Ein Arzt beschreibt, welch paradoxe Wirkungen seine eigenen Depressionen hatten: Weniger Selbstzweifel – aber mehr Zweifel an seinen Patienten.

«Für die Patienten gibt es Betreuung für alle Situationen»: So sagt es ein Chirurg an einem grossen Schweizer Spital. «Aber was passiert eigentlich mit uns in diesem Beruf? Danach fragt keiner. Kein einziges Mal habe ich das erlebt.» Der Oberarzt sagt es im privaten Gespräch, so nebenbei. «Wir müssen einfach funktionieren.»

Ob bald öfter danach gefragt wird? Immerhin werden Themen wie Depressionen, Burnout oder Substanzen-Abusus bei Ärzten zunehmend lauter diskutiert. Aus der angelsächsischen Welt hört man regelmässig von Studien, die geradezu dramatische Ausmasse andeuten. Eine Umfrage des Ärzteblatts «Pulse» unter 2'200 englischen Medizinern ergab soeben, dass sich fast drei Viertel emotional ausgelaugt fühlen («emotionally exhausted»). Wobei ein Viertel übrigens eine tiefe Arbeitsbefriedigung bekundet. 

Burnout-Gefahr bei Internisten?

Fast zeitgleich, Mitte Juli, befragte eine Ärzteversicherung in England gut 600 Mediziner – und 85 Prozent bekundeten, schon mindestens ein psychisches Problem gehabt zu haben. Wobei ein Drittel – 32 Prozent – äusserten, einmal in ihrer Berufskarriere eine Depression durchlitten zu haben. Und 10 Prozent feststellten, dass sie schon Selbstmordabsichten gehegt hatten.

Dramatisch auch eine Zahl, die ebenfalls diesen Sommer aus den USA kam: Danach hat jeder zweite Arzt für Innere Medizin schon ein Burnout erlitten; Basis hier war die jährliche Untersuchung «Physician Lifestyle Report 2015» des amerikanischen Branchennetzwerks «Medscape».

Nun soll auf der anderen Seite nicht dramatisiert werden: In derartigen Selbsteinschätzungen wird womöglich auch viel Kritik an anders gelagerten Zuständen hineingepackt. In der Schweiz kam zum Beispiel eine Erhebung aus dem Jahr 2005 zu doch recht gemässigteren Ergebnissen. Nach einer Fragebogen-Erhebung bei 1'784 hiesigen Ärzten wurden bei 19 Prozent hohe Werte für emotionale Erschöpfung gefunden. Und nur bei 4 Prozent hohe Burnout-Werte in allen Parametern.

Catherine Goehring, Martine Bouvier Gallacchi, Beat Künzi, Patrick Bovier: Psychosocial and professional characteristics of burnout in Swiss primary care practitioners: a cross-sectional survey», in: «Swiss Medical Weekly», März 2005.

Es kommt also auch, wie immer, auf die Erhebung an. Und auf die Einschätzung der Befragten. Interessant ist nun der Text, den ein Arzt gestern im «Guardian» veröffentlicht hat – anonym, versteht sich.

Der Mann erlitt drei Jahre nach dem Staatsexamen – in seiner Assistenzarzt-Zeit – eine schwere Depression. Zuvor schon hatte er leichte depressive Anfälle gehabt; in der Stress-Situation des Berufseinstiegs trank er oft zuviel. Versagensängste kamen auf, er machte sich Selbstvorwürfe. Liess sich dann Antidepressiva verschreiben, wagte später eine Elektrokonvulsionstherapie.

Mehr Selbstvertrauen als Arzt

Zusammen mit der Medikation und einer guten Betreuung im Umfeld zeigte sich tatsächlich eine Wirkung: Nach einer längeren Auszeit konnte der Arzt wieder zurück an die Arbeit, und er fühlte sich auch selber geheilt.

Anonymous fragt nun, wie er sich in diesem Prozess durch Depression und Heilung verändert hat – bei seiner Tätigkeit, in seinem Verhältnis zu den Patienten. Sein Fazit: Die Entwicklung war grundsätzlich positiv.

Er war jetzt stabiler, und er hatte mehr Selbstvertrauen als Arzt: Denn sein Eindruck war, dass niemals wieder etwas so schwierig sein könnte wie das, was er gerade durchgemacht hatte.

Anonymous, «My nervous breakdown as a doctor made me doubt my patients' depression», in: «The Guardian»

Zugleich aber änderte sich seine Haltung zu den Patienten. Es war keineswegs so, dass seine Empathie gegenüber Depressiven gestiegen wäre. Im Gegenteil: Wenn Patienten klagten, bedrückt zu sein, reagierte der geheilte Arzt gereizt. «Einfach gesagt: Ich glaubte nicht mehr, dass Depression eine Krankheit sei.»

Denn in der Phase seiner eigenen Erkrankung war ihm wieder und wieder gesagt worden, dass sein Zusammenbruch letztlich eine Unfähigkeit sei, mit den Rückschlägen des Lebens umzugehen. «Und so begann ich zu glauben, dass dies bei den meisten Leuten mit einer ähnlichen Diagnose auch der der Fall ist.»

«Ich würde es niemandem wünschen»

Am Ende war «Anonymous» zwar geheilt, aber seine Denkweise war, wie er selber sagt, beschädigt, «flawed». Erst nachdem er dann wieder viel Zeit mit Patienten verbracht hatte, nachdem er mit ihnen Herkunft, Hintergrund und deren Krankheit genau ausgelotet hatte – erst dann begann er einzusehen, wie wahllos psychische Erkrankungen wirklich sind.

Sein Fazit? Eine Depression kann die ganze Identität zerstören, den Selbstwert und alle alten Überzeugungen. «Obwohl sie mich zu einem empathischeren Arzt und einer stärkeren Person gemacht hat, würde ich sie niemandem wünschen.»

 

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